„Landwirtschaft braucht positive Begleitung durch die Politik“

„Landwirtschaft braucht positive Begleitung durch die Politik“

CDU-Bundespolitiker im Gespräch mit Milchbauern aus dem Kreis

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Kreis Steinfurt. „Die Situation in der Landwirtschaft ist dramatisch.“ Johann Prümers, Vorsitzender des WLV-Kreisverbandes Steinfurt, fand klare Worte, um den CDU-Bundestagsabgeordneten Anja Karliczek aus Tecklenburg und Albert Stegemann aus der Grafschaft Bentheim die derzeitige Lage auf den Bauernhöfen zu schildern. „Die Einkommen der Familien sind stark gesunken, allein im letzten Jahr um bis zu 35 Prozent.“ Von den Einbußen seien nicht nur Milchviehbetriebe, sondern auch in der Veredlung seien die Preise eingebrochen, insbesondere bei den Ferkelerzeugern. „Die Märkte sind voll, die Preise auf Talfahrt“, machte Prümers deutlich. Die fehlenden Erlöse in der Landwirtschaft schwächen auch den vor- und nachgelagerten Bereich. „In der Vergangenheit haben die landwirtschaftlichen Betriebe im Kreis jährlich rund 200 Millionen Euro investiert. Der ländliche Raum lebt von der Landwirtschaft“, so Prümers.

Die prekäre Lage der Milchbauern schilderten Elke Wieligmann (Westerkappeln), Henning Stoyke (Steinfurt), Ansgar Leifker und Benedikt Langemeyer (Mettingen) vom Vorstand des Fachausschusses Milch aus der Sicht der aktiven Milchviehbetriebe im Kreis. „Wenn der Preisdruck weiter anhält, werden zahlreiche Betriebe über kurz oder lang aufgeben müssen“, so die Prognose.

Was können Anja Karliczek und Albert Stegemann als Bundespolitiker für die Landwirtschaft im Kreis tun? „Wir erzeugen Lebensmittel in allerhöchster Qualität und erwarten eine positive Begleitung der Landwirtschaft durch die Politik durch Vertrauen und nicht durch noch mehr Verordnungen. Die Politik muss sich klar positionieren, welchen Wert der ländliche Raum noch für sie hat“, erklärte Johann Prümers und forderte die Politiker auf, gemeinsam mit den Landwirten Wege aus der Krise zu finden. „Wir sind im Markt und bleiben auch im Markt, aber wir brauchen begleitende Maßnahmen“, unterstrich Prümers. Ansatzpunkte könnten aktuell im Milchbereich faire Mengendiskussionen zwischen Erzeugern und Abnehmern sein, darüber hinaus  ein Zurückfahren der Bürokratie, Steuererleichterungen für Risikorücklagen, Struktur- und Exporthilfen sowie eine Marktmachtbegrenzung des Lebensmitteleinzelhandels.

„Die Begrenzung der Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel ist durch die letzte Genehmigung des Bundeswirtschaftsministers Gabriel zur Fusion Edeka mit Kaisers-Tengelmann nicht einfacher geworden“, so Anja Karliczek. Und Albert Stegemann, selbst Milchbauer, wies darauf hin, dass die Bundeskanzlerin aktuell 100 Millionen Euro kurzfristig für die Landwirtschaft zur Verfügung stelle. „Das ist zwar nicht viel, aber ein politisches Signal für die Milchbauern und auch für die Schweinebauern“, sagte Stegemann.