Westfälische Nachrichten: Bundestagsabgeordnete Anja Karliczek referiert beim CDU-Ortsverband über Flüchtlingspolitik

Westfälische Nachrichten: Bundestagsabgeordnete Anja Karliczek referiert beim CDU-Ortsverband über Flüchtlingspolitik

„Vieles geht zu langsam“

Mehr als 130 Flüchtlinge haben eine Unterkunft in Ladbergen gefunden. Voraussichtlich werden es noch mehr werden. Das führt zu Unsicherheit unter den Bürgern im Heidedorf. Antworten auf Fragen gab Anja Karliczek. Der CDU-Ortsverband hatte die Bundestagsabgeordnete als Referentin eingeladen.

Von Anne Reinker

Mehr als 130 Flüchtlinge haben in den vergangenen Wochen und Monaten eine Unterkunft in Ladbergen gefunden. Voraussichtlich werden es in den nächsten Tagen noch mehr werden. Die wachsende Zahl wirft Fragen auf und führt zu Unsicherheit unter den Bürgern im Heidedorf. Einige Antworten gab am Montagabend Anja Karliczek. Die Verantwortlichen des CDU-Ortsverbandes hatten die Bundestagsabgeordnete als Referentin zum Thema „Flüchtlingsversorgung als Aufgabe der Kommunen“ eingeladen.

„Es gibt eine große Bandbreite diffuser Ängste.“ – Diese Erkenntnis hatte Dr. Michael Boertz in den vergangenen Wochen erlangt. Einerseits habe er als Vorsitzender des CDU-Ortsvereins „Angst vor Überfremdung“ in der Bevölkerung festgestellt, andererseits eine große Hilfsbereitschaft.

Wie Anja Karliczek erklärte, sei sie zurzeit in etlichen Gemeinden des Kreises Steinfurt unterwegs, um Eindrücke zu sammeln und diese mit nach Berlin zu nehmen. „Das Thema bewegt mich seit Monaten“, sagte sie. Um tragfähige Lösungen zu finden, müsse man „den ganzen Ablauf von unten anpacken“ und wachsam auf das globalen Geschehen blicken.

Die Situation der Gemeinden angesichts der Flüchtlingsproblematik sei bekannt. „Wir sind auf allen Kanälen dran, um für Erleichterung zu sorgen“, versicherte die Bundestagsabgeordnete. „Es gibt viele Schrauben, an denen zurzeit gedreht wird.“ Sie beklagte jedoch, dass so manche Schritte „einfach zu langsam“ gegangen würden.

Anja Karliczek lobte das Engagement der Bevölkerung. „Aber auch die Freiwilligen kommen an ihre Grenzen“, gab sie zu bedenken. Um die Flüchtlinge zu integrieren, sei es wichtig, „viele Wege zu finden, sie mit unserem Leben vertraut zu machen“. Das sei ein zentraler Punkt.

In der Diskussion wurde die Befürchtung laut, dass Extremisten mit den Flüchtlingsströmen nach Deutschland kommen könnten. Letztendlich sei das „nicht absolut zu verhindern“, antwortete Anja Karliczek. Es werde aber viel dafür getan, um gezielte Registrierungen durchzuführen und so die Möglichkeit einzudämmen.

Eine Gefahr für „sozialen Sprengstoff“ in den Gemeinden sieht die Politikerin in der „Ghettobildung“ in großen Flüchtlingsunterkünften. „Da ist das Gegenteil von Integration.“