Münsterland Zeitung: Mehr Sachverstand und Augenmaß beim Mindestlohn

Münsterland Zeitung: Mehr Sachverstand und Augenmaß beim Mindestlohn

Gastronomen diskutierten mit CDU

HEEK. Die Diskussion um den Mindestlohn ebbt nicht ab: Die CDU-Bundestagsabgeordneten Anja Karliczek, Karl Schiewerling und Jens Spahn hatten gemeinsam mit der Dehoga Westfalen Gastronomen zum Gespräch über die Auswirkungen und notwendige Verbesserungen bei der Umsetzung des Mindestlohns in die Gaststätte Kaiser in Heek eingeladen – es kamen über 50 Vertreter aus dem Münsterland.

Schnell zeigte sich, dass das Hauptproblem im Alltag die geforderten Dokumentationspflichten darstellen. So wurde von den Teilnehmern vor allem die Zehn-Stunden-Regel als praxisfern beschrieben, wonach Angestellte nach zehn Stunden Arbeit nach Hause geschickt werden müssen, obwohl sie gerne länger arbeiten wollten.

Gefeiert wird lange

„Wir wissen, wie im Münsterland gefeiert wird. Deshalb setzen wir uns für eine Flexibilisierung dieser Regelung ein“, betonte Schiewerling, der auch arbeitsmarkt- und sozialpolitischer Sprecher seiner Fraktion ist.

Darüber hinaus beklagten die Anwesenden, dass man gar nicht wisse, wie lange Aushilfskräfte schon bei anderen Arbeitgebern gearbeitet haben. Dadurch würden die Einsatzmöglichkeiten noch mehr eingeschränkt. Zudem würden die Kon trollen des Zolls, der für die Prüfung der Mindestlohn-Vorschriften zuständig ist, bewaffnet und in Uniform durchgeführt. „Können Sie sich vorstellen, welchen Eindruck das auf die Gäste macht?“, fragte ein Teilnehmer.

Verbesserungen gefragt

Verbesserungen seien jetzt schnell umzusetzen, hieß es aus den Reihen der Politiker. „Was mich besonders stört, ist, dass jeder Unternehmer unter Generalverdacht gestellt wird. Ich gehe im Gegensatz zu Frau Nahles davon aus, dass die meisten beim Mindestlohn richtig und aufrichtig handeln“, stellte Spahn klar.

Die Abgeordneten versprachen, sich auch mit dem Zoll über die Kontrollen auszutauschen und für mehr Sachverstand und Augenmaß im Umgang mit dem Mindestlohn zu werben. „Eine größere Akzeptanz des Mindestlohns und den damit verbundenen Regeln hilft letzten Endes allen – den Betrieben, der Aufsicht und den Beschäftigten“, so Karliczek.