Westfälische Nachrichten: VdK erfreut über mehr Mitglieder /Streitthemen Rente und Demenz

Westfälische Nachrichten: VdK erfreut über mehr Mitglieder /Streitthemen Rente und Demenz

Rekord mit Beigeschmack

-Jannis Beckermann- Greven/Kreis Steinfurt – Eigentlich hätte es ein durchweg harmonisches Rendezvous werden können. Hier die Bundestagsabgeordneten der großen Koalition, Anja Karliczek (CDU) und Ingrid Arndt-Brauer (SPD), dort der für Senioren und Pflegepatienten engagierte VdK und mittendrin das sozialpolitische Geschenkpaket samt Rente mit 63 und Mütterpension – auf den ersten Blick müsste aktuell zwischen Bundespolitik und Sozialverband kein Blatt Papier passen. Allein: Ganz so geräuschlos, wie man es hätte erwarten können, blieb es beim „Kleinen Verbandstag“ des Kreis-VdK am Wochenende dann doch nicht.

„Wer, wenn nicht wir sollte auf den Punkt bringen, was falsch läuft“, legte Kreis-Chef Werner Lammers im Grevener Ballenlager den Finger in die Wunde der anwesenden Abgeordneten. Diätenerhöhungen seien als erster Beschluss durchs Parlament gegangen. „Aber Kürzungen bei der Rente wie der Riester-Faktor bleiben Gesetz“, kritisierte Lammers, selbst CDU-Mitglied, das Rentenpaket als nicht ausreichend.

Ähnlich äußerte sich Horst Vöge, der als stellvertretender Landesvorsitzender angereist war. Vor allem die bessere Anerkennung von geistigen Behinderungen wie Demenz in der Pflege sei dem VdK ein Herzensanliegen. Beim Thema Inklusion und Eingliederungshilfe für die Kommunen klagte er zudem über einen „Flickenteppich in NRW“, der den hehren Zielen der Landesregierung widerspreche.

Das Besondere: Gerade angesichts dieser sozialpolitischen Lage, die hunderte Klagen und Widerspruchsverfahren gegen Kürzungsbescheide verursache, legte VdK-Kreisgeschäftsführer Roland Lammers weiterhin stark zunehmende Mitgliederzahlen für den Interessenverband vor. Allein 2013 habe man sich dank 1195 Neumitgliedern auf insgesamt 12 133 VdKler gesteigert. „Das ist genauso Rekord wie die hohen Nachzahlungen, die wir von Renten- und Pflegeversicherungen erstritten haben“, so Lammers mit Blick auf über 900 000 Euro Plus in diesem Bereich. Sein Fazit fiel deshalb ähnlich selbstbewusst aus wie das seines Namensvetters Werner Lammers: „Ich denke, unser Mitgliederwachstum ist der beste Hinweis, dass unsere Stimme in der Politik gehört werden sollte.“