Westfälische Nachrichten: Fachfrau für die Vorsorge im Alter – Anja Karliczek entwickelt neue Ideen

Westfälische Nachrichten: Fachfrau für die Vorsorge im Alter – Anja Karliczek entwickelt neue Ideen

-jac- Tecklenburg-Brochterbeck – „Frau Karliczek, auch mal wieder zu Hause?“ Der Gast im Hotel Teutoburger Wald begrüßt die Bundestagsabgeordnete herzlich, erkundigt sich sofort nach deren Wohlergehen. Das ist gut, die politische Tätigkeit in Berlin macht der Brochterbeckerin Spaß und fordert sie. Das wird beim gestrigen Pressegespräch deutlich. Ob Maut oder Mindestlohn, Euro, Ukraine oder Flüchtlingspolitik – Anja Karliczek bezieht zu allen Themen Stellung – schwerpunktmäßig befasst sie sich in der Bundeshauptstadt allerdings mit der betrieblichen Altersvorsorge und der „Erneuerung der Versicherungsregulierung“.

Doch zunächst ein Blick auf die Tecklenburger CDU, deren Vorsitzende Anja Karliczek ist. Dass Egbert Friedrich ihr Nachfolger als CDU-Fraktionsvorsitzender wird, freut sie, schließlich arbeite sie mit ihm bereits seit Jahren gut zusammen. Wer aber wird der Bürgermeisterkandidat der Christdemokraten? Da hüllt sich die Brochterbeckerin zunächst in Schweigen und schmunzelt. So viel aber dann doch: Darüber werde im Februar die Mitgliederversammlung entscheiden. Einen Verwaltungsfachmann habe man mit Stephan Glunz bereits im Rathaus. „Als Bürgermeister brauchen wir jetzt jemanden, der strategisch denkt.“

Von der kleinen zur großen Politik, aus Brochterbeck nach Berlin, wo Anja Karliczek unter anderem in der Arbeitsgruppe Finanzen mitwirkt. Dort wurde die Diplom-Kauffrau, die ihre Diplomarbeit über die betriebliche Altersvorsorge geschrieben hat, mit eben diesem Thema betraut. Konkret geht es darum, dass auch Mitarbeitern in kleinen und mittleren Betrieben eine Altersversorgung angeboten wird – auf freiwilliger Basis, „aber so attraktiv, dass alle mitmachen“, so die Abgeordnete. Das könne zum Beispiel durch Zulagen erreicht werden. Diese Vorsorge müsste idealerweise so gestaltet sein, dass Arbeitnehmer, die in eine andere Firma wechseln, die Leistung mitnehmen können. Und – ebenfalls wichtig: Damit einher gehen müsse so wenig Bürokratie wie möglich.

Weniger Bürokratie brauche es auch beim Mindestlohn, fordert die Brochterbeckerin, die ihre eigenen Erfahrungen mit einbringen kann. Schließlich hat sie längere Zeit im Hotel ihrer Familie gearbeitet und weiterhin Einblick. „Man hat unglaublich viele Aufzeichnungspflichten.“ Anfangs- und Arbeitsendzeiten müssten festgehalten werden. Hier sei ein Umdenken angesagt. „Das kann man so nicht umsetzen.“