Karliczek: Ausbildungen müssen attraktiver werden – Prämien nicht auf andere Vergütungen anrechnen

Karliczek: Ausbildungen müssen attraktiver werden – Prämien nicht auf andere Vergütungen anrechnen

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Kreis Steinfurt. Betriebliche Ausbildungen müssen attraktiver werden. Das ist die feste Überzeugung der CDU-Bundestagsabgeordneten Anja Karliczek im Gespräch mit den Geschäftsführern der Arbeitsagentur Rheine, Reiner Zwilling und Gerd Gajewski. Aktuell richtet sich die Agentur für Arbeit in Rheine In der dritten bundesweiten „Woche der Ausbildung“ an die Schulabgänger 2016 und 2017 und informiert mit einem breiten Angebot über verschiedene Ausbildungsberufe.

„Bewerbungsmappen-Check ist sehr hilfreich, aber noch wichtiger ist die klare Entscheidung, welchen Weg die jungen Menschen gehen wollen. Wenn das Ziel nicht klar ist, helfen immer längere Schulzeiten nicht weiter.“ wirbt die dreifache Mutter Karliczek für mehr betriebliche „Kontaktaufnahme“. Wenn der Chef das Interesse eines Praktikanten spüre, verlören Zeugnis-Vierer an Bedeutung, ist sie sicher. Weiter ausgebaut werden solle das Angebot von niedrigschwelligen Ausbildungsabschlüssen. „Wir erleben immer wieder, dass Ausbildungen abgebrochen werden, weil der Weg zu weit erscheint. Besser wären hier einfache Abschlüsse mit Aufbaumodulen zur Weiterqualifizierung“, weiß Reiner Zwilling aus Erfahrung und nennt beispielhaft das Hotelgewerbe. „Möglichkeiten gibt es hier bereits im Kfz-Bereich oder im Holzbau. Da würden wir uns noch eine größere Bandbreite im Handwerk wünschen!“

Auch Teilqualifizierungen erlauben den Brückenschlag in den ersten Arbeitsmarkt und dienen der Fachkräftesicherung, betont Zwilling. Finanzielle Anreize für Prüfungen begrüsse er, so Zwilling. Sie verfehlten allerdings ihren Sinn, wenn sie auf andere Vergütungen angerechnet würden.

Gut angelaufen sei der „Integration Point“ der Arbeitsagentur berichtet Gerd Gajewski, der in der Arbeitsagentur für das operative Geschäft zuständig ist. Die Integration Points als zentrale Anlaufstelle sollen Flüchtlingen das Ankommen in Deutschland und die Integration in den Arbeitsmarkt erleichtern. „Wir nehmen alle auf dem Weg zwischen unterschiedlichen Zuständigkeiten mit“, erklärte er. „Das bedeutet kurze Wege, übergreifende Beratung und Unterstützung auf dem Weg in die Ausbildung oder Erwerbstätigkeit.“