Ibbenbürener Volkzeitung: Das THW zeigt den richtigen Dreh

Ibbenbürener Volkzeitung: Das THW zeigt den richtigen Dreh

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Foto: Ibbenbürener Volkszeitung, Claus Kossag

IBBENBÜREN. Sie hat Bindeleinen geknotet, Rettungsgeräte wie Spreizer und Schere bedient und sich überhaupt ziemlich ins Zeug gelegt: Die CDU-Bundestagsabgeordnete Anja Karliczek aus Brochterbeck hat am Dienstag einen Übungsabend des THW-Ortsverbands Ibbenbüren an der Laggenbecker Straße live miterlebt. Und an verschiedenen Stationen und in voller THW-Montur selber Hand angelegt – inklusive einer Übung, bei dem ein Ernstfall (Lagerhalle eingestürzt, Personen vermisst) angenommen wurde.

Zwischen den einzelnen Übungen machte die THW-Ortsbeauftragte Nadine Bitter deutlich, welche Botschaft die Ehrenamtlichen des THW für die Politikerin parat hatten: Dem THW fehlt an allen Ecken und Enden Geld. Wegen der vorläufigen Haushaltsführung der Regierung in Berlin fehlen den THW-Ortsverbänden die Mittel, um einen normalen Übungsbetrieb aufrecht zu halten. So konnte das THW am Dienstagabend keine Übung mit Atemschutzgeräten machen. Weil im ersten Halbjahr nicht genügend Geld kommt. Und die Befüllung der Geräte kostet. Ebenso wie Bestellungen für das Üben von Holzbearbeitung. Bitter: „Wir schränken derzeit unsere Ausbildungsmaßnahmen auf ein Minimum ein.“ Was Anja Karliczek mit nach Berlin nehmen sollte: Diese Ausbildungseinheiten zweimal im Monat sind wichtig, um die Ortsverbände, in Ibbenbüren 70 Leute stark, für den Ernstfall gut trainiert zu halten.

Nadine Bitter brachte auch zum Ausdruck, dass die Räumlichkeiten des TWH in Ibbenbüren längst nicht mehr ausreichen. Da eine komplette Trinkwasseraufbereitungsanlage für Katastrophengebieteeingelagert werden muss – ein Labor kommt noch hinzu – platzen die Hallen aus allen Nähten. So müssen ältere Fahrzeuge im Winter draußen abgestellt werden. Und die Frauen ziehen sich in der Fahrzeughalle um, weil es an Räumen fehlt. Es kneift also bei der Ausstattung des THW. Dabei, so Bitter, habe das THW derzeit einen guten Zulauf (zum Beispiel 36 Jugendliche).

Anja Karliczek hörte die Botschaft. Inwieweit sie in Berlin etwas bewegen kann, bleibt abzuwarten. Das weiß auch Nadine Bitter die im Gespräch mit unserer Zeitung sagte, dass in Deutschland noch andere von etwa 668 Ortsverbänden auf einer Warteliste wegen akuten Platzmangels stehen.

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