Ibbenbürener Volkszeitung: „Uns geht’s gut wie nie zuvor“

Ibbenbürener Volkszeitung: „Uns geht’s gut wie nie zuvor“

Einmal im Jahr lädt die Bundestagsabgeordnete Anja Karliczek (CDU) die Presse in den Familienbetrieb – das Hotel „Teutoburger Wald“ im Bocketal – zum politischen Hintergrundgespräch ein. Wie haben die Chance genutzt und sie gefragt, wie es denn so läuft in Berlin.

Anja Karliczek (CDU), Mitglied des Bundestages aus dem Tecklenburger Land.

TECKLENBURER LAND. Sie hat es allen gezeigt bei der Wahl im September 2013. Damals, eineinhalb Jahre ist das her, hat Anja Karliczek beachtliche 47,9 Prozent geholt im Wahlkreis Tecklenburger Land plus Emsschiene mit Greven und Emsdetten. Die CDU-Frau (sie ist verheiratet mit Lothar Karliczek, der als Pilot bei Air Berlin arbeitet und hat drei jugendliche Kinder) ist Mitglied des Bundestages, ist Abgeordnete in Berlin. Einmal im Jahr lädt Anja Karliczek (geb. Kerssen) die Presse in den Familienbetrieb – das Hotel „Teutoburger Wald“ im Bocketal – zu Brötchen, Rührei, Speck und politischem Hintergrundgespräch ein. Wie haben die Chance genutzt und sie gefragt, wie es denn so läuft in Berlin.

Berlin – Hauptstadt, Arbeitsort. Wohnen Sie immer noch im Hotel?
Anja Karliczek: Nein, inzwischen nicht mehr .
Aber sie haben – wie lange?
Karliczek: So etwa bis April 2014, ein knappes Dreivierteljahr lang. Aber wenn man ständig im Hotel wohnt, ist man auch immer irgendwie unterwegs und kommt nie so richtig an.

Und deshalb …
Karliczek: … habe ich mir eine kleine Ein-Zimmer-Wohnung genommen. Direkt hinterm Kanzlergarten. Da wo Angela Merkel immer mit dem Hubschrauber startet. Und seitdem ich diese Wohnung habe, bin ich angekommen in Berlin.

Wenn Sie mal Freizeit haben in der schönen Stadt an der Spree, was dann?
Karliczek: Freizeit? Freizeit … also im ernst: Ich mache die Woche über mein Programm in Berlin. Und dann ist Freitag und ich fahre nach Hause. Ich habe keine Freizeit in Berlin, das ist gut durchgetaktete Arbeit.

Wie kommen Sie hin?
Karliczek: Mit dem Zug ab Ibbenbüren. Der fährt durch bis Berlin. Das ist super! Ich arbeite im Zug …

Wie oft und wie lange sind sie in der Hauptstadt?
Karliczek: Im Schnitt bin ich jede zweite Woche dort.

Wie läuft’s mit der Familie, mit Mann und Kindern?
Karliczek: Das klappt gut. Alles hat sich eingespielt. Und mit Oma und Opa im Hintergrund sind mein Mann und ich unschlagbar.

Berlin macht Spaß, oder?
Karliczek:Ja, absolut! Sich in die Themen reinfuchsen, viele neue Leute kennenlernen – ja, es macht Spaß.

Aber Brochterbeck ist noch Zuhause-Gefühl?
Karliczek: Auf jeden Fall. Ich freue mich riesig, wenn ich in Ibbenbüren wieder aus dem Zug steige. Dann bin ich Zuhause. Das Leben hier im Wahlkreis ist ganz anders: Ich kann in meinem eigenen Bett schlafen, ich sehe meinen Mann und die Kinder. Das ist schön.

Nach eineinhalb Jahren sind Sie kein Neuling mehr. Gut eingearbeitet?
Karliczek: Ich glaube schon. Ich darf so viele Themen beackern … das ist ein Zeichen der Anerkennung.

Was sind Ihre inhaltlichen Schwerpunkte?
Karliczek: Betriebliche Altersvorsorge, die Bund-Länder-Finanzen und die Mitarbeit im Tourismusausschuss.

Was kann die Frau aus der Region in Berlin für die Region erreichen?
Karliczek: Umgekehrt: Ich nehme aus der Region die Schwerpunkte mit in die politische Arbeit nach Berlin.

Sagen Sie mal fix was zu einigen Schlagworten: Wirtschaft und Konjunktur …
Karliczek: Uns geht es so gut wie nie zuvor. Um das zu erhalten, müssen wir fleißig weiterarbeiten.

Mindestlohn …
Karliczek: Das Grundprinzip bleibt richtig. Aber die Umsetzung ist zu bürokratisch.

Maut …
Karliczek: Ein gebührenfinanziertes System ist auf Dauer der richtige Weg.

Pegida …
Karliczek: Ich glaube, das ist übertrieben. Aber man muss die Sorgen der Menschen ernst nehmen.

Angst vor Terror?
Karliczek: Ja …

Ihr Ziel in diesem Jahr?
Karliczek: Ich möchte das Thema betriebliche Altersvorsorge vernünftig regeln und ein nachhaltiges System entwickeln.

Die nächste Wahl kommt bestimmt. Was wollen Sie?
Karliczek: Weitermachen! Wir laufen uns ja gerade erst richtig warm.

Letzte Frage: Sie werden Bundeskanzlerin – und ihre erste Tat ist?
Karliczek: Ich bin Abgeordnete. Das will ich bleiben!