Grevener Zeitung: Mehr Geld für die Kommunen

Grevener Zeitung: Mehr Geld für die Kommunen

CDU-Kandidatin Anja Karliczek zu Gast

GREVEN. Anja Karliczek will nach Berlin. Die 42-Jährige bewirbt sich im Wahlkreis Steinfurt III, zu dem auch Greven gehört, als CDU-Bundestagskandidatin. Unser Redakteur Christian Bödding sprach mit der Tecklenburgerin über den Flughafen Münster/Osnabrück, das „TE“-Kennzeichen und konservative Werte.

Nennen Sie einen Grund, warum man die SPD nicht wählten sollte.

Weil sie versucht, eine Neiddebatte durchs Land zu jagen. Das ist der falsche Weg. Zu sagen, das ganze Land ist ungerecht, ist Quatsch.

Wo ist die CDU heute noch konservativ?

Beim Betreuungsgeld. Da mag ja jeder darüber lästern. Aber das ist der Punkt, wo wir anfangen, Erziehung wieder in den Mittelpunkt zu stellen. Ich glaube daran, dass die meisten Eltern ihre Kinder gut erziehen.

Die Halbwertszeit der Vorgaben aus Berlin wird immer kürzer. Wie schwer fällt es Ihnen, die Positionen der Regierung zu vertreten?

Das möchte ich nicht an einzelnen Dingen festmachen. In der CDU zu sein, ist eine Grundsatzentscheidung.

Was brennt den Menschen in Ihrem Wahlkreis besonders unter den Nägeln?

Die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen ist ein Thema. Und dass wir ständig unsere kommunalen Haushalte überfordern. Wir müssen die Finanzierung unseres Gemeinwesens auf andere Füße stellen. Und zwar so, dass mehr Geld zu den Kommunen kommt, aber auch mehr Verantwortung.

Wie wichtig ist der Flughafen Münster/Osnabrück für Greven und die Region?

Ganz wichtig, auch wenn er sich momentan schwer tut. Es werden wieder bessere Zeiten kommen. Der FMO hat ja bis jetzt gottseidank ohne Subventionen gelebt. Wenn ich sehe, dass der Flughafen Dortmund subventioniert wird, ist das der falsche Weg. Ich denke, dass der FMO im fairen Wettbewerb besser aufgestellt ist.

Was können Sie in Berlin für die Region bewegen?

Mir ist es wichtig, dass wir wieder mehr auf die kleinen Strukturen schauen. Wir leben hier im Münsterland wirklich gut. Wo die Arbeitslosigkeit und die Sozialkosten gering sind, da kann es den Leuten so schlecht nicht gehen. Ich glaube, dass wir mit Veränderungen nur ganz klein beginnen können. Das fängt damit an, dass Kinder feste Strukturen brauchen.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist Ihr Lieblingsthema?

Ein großes Thema – und noch nicht wirklich gelöst. Wir brauchen mehr Flexibilität. Was wir an Kinderbetreuung anbieten, muss ein Angebot bleiben und keine Zwangsbetreuung. Wenn ich für mein Kind zwei Tage Betreuung pro Woche brauche, dann müssen mir die Einrichtungen zwei Tage anbieten können. Ich will mein Kind dann nicht fünf Tage abgeben müssen.

Der Steinfurter Kreistag hat „BF“ und „TE“-Kennzeichen ermöglicht. Sie sind Tecklenburgerin, Holen sie sich ein „TE-“Kennzeichen?

Ja! „TE“ wird sich als Aushängeschild für die Region Tecklenburger Land vermarkten lassen. Ich bin ein großer Fan von „TE“.

Jürgen Coße ist im Wahlkreis Steinfurt III der SPD-Bundestagskandidat. Wäre Ihnen Reinhold Hemker lieber gewesen? Oder Friedrich Paulsen?

Egal. Wir machen Werbung für unsere Positionen, die für ihre. Ich habe mit Jürgen Coße Kaffee getrunken und ihn als netten Menschen kennengelernt.

Wird Ihnen die „Alternative für Deutschland“ Stimmen wegnehmen?

Die Gefahr ist da. Aber: Kommen wir besser dabei weg, wenn wir den Euro kaputt machen? Mit einer starken DM werden wir merken, was wir der Wirtschaft antun. Wenn wir nicht mehr so viel exportieren können, wird das Arbeitsplätze kosten. Das ist ein Experiment, das nach hinten losgeht.

Am 22. September sind Bundestagswahlen. Wann läuten Sie die heiße Wahlkampfphase ein?

Offizieller Wahlkampfaufakt ist am 14. Juli.