Kulturtourismus in den Regionen weiterentwickeln

Kulturtourismus in den Regionen weiterentwickeln

Der Antrag der Koalitionsfraktionen zur Stärkung des Kulturtourismus als Chance für ländliche Regionen: Die Verbundenheit der Bürger mit ihrer lokalen Kultur wird gefördert und die wirtschaftliche Situation  verbessert.

Die Weiterentwicklung von Kulturtourismus in ländlichen Regionen stellt nicht nur eine Chance für ortsfremde Gäste dar, die oftmals einzigartigen Besonderheiten der Region kennenzulernen. Vielmehr fördert es auch die Identifizierung der Menschen mit ihrer kulturell vielfältigen Umgebung. Zudem sind mit der Förderung des Kulturtourismus wichtige wirtschaftliche Vorteile verbunden, welche unter anderem die Beschäftigungssituation verbessern können.“

Mit diesen Worten kommentiert die CDU-Bundestagsabgeordnete Anja Karliczek einen Antrag der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zur Stärkung des Kulturtourismus insbesondere in ländlichen Regionen in Deutschland. Dieser wurde am 03.02.2015 durch die Koalitionsfraktionen unter dem Namen „Kulturtourismus in den Regionen weiterentwickeln“ in den Bundestag eingebracht.

Deutschland ist in Europa Kulturreiseziel Nummer eins. Das ist vor allem einer beeindruckenden Kulturlandschaft mit tausenden Museen, über 800 Theatern und Opernhäusern, vielfältigen Festivals und Filmfestspielen sowie einem umfangreichen baugeschichtlichen Erbe zu verdanken.

Das herausragende Potenzial, welches diese zahlreichen Kultureinrichtungen für den Tourismus bieten, ist aber insbesondere in ländlichen Regionen noch nicht ausgeschöpft. Das ist oftmals mit den kommunalen Strukturen zu begründen. Bauliches Erbe, welches für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden kann, ist in fast allen ländlichen Regionen vorhanden.

Ein Beispiel für die förderwürdige Integration eines vielseitigen Kunstprogramms in historische Gemäuer stellt das Kloster Gravenhorst in Hörstel dar. Die Verbindung des historischen Ortes mit aktueller Kunst lockt Besucher an und lässt sie Kunst auf authentische Art erfahren. Auch die Freilichtbühne Tecklenburg in der Ruine der Burg Tecklenburg zeigt eindrucksvoll, wie die Verbindung von baulichem Erbe mit kulturellen Veranstaltungen zu einem Alleinstellungsmerkmal für eine Region werden und mit der touristischen Attraktivität größerer Städte konkurrieren kann.

Aber auch die regionale Landschaft stellt oft ein Alleinstellungsmerkmal dar. Es sollen daher Vermarktungskonzepte für das Erleben der Landschaft als Kulturlandschaft entwickelt werden. Die zahlreichen Fahrrad-, Reit- und Wanderwege im Kreis Steinfurt sind dabei als förderwürdige Projekte anzusehen. Beispielsweise die als NRW-Radroute des Jahres 2008 ausgezeichnete Friedensroute ermöglicht es dem Besucher, die Landschaft als Kulturlandschaft zu entdecken. Auf den Spuren der historischen Friedensreiter des westfälischen Friedens werden historische Ereignisse erlebbar gemacht. Auch der Ems-Radweg ist in diesem Zusammenhang als Landschaftserlebnis unbedingt erwähnenswert.    In Ibbenbüren wird die lange Tradition des Bergbaus im Tecklenburger Land genutzt und in Form des Bergbaumuseums erfahrbar gemacht.

Auch die Förderung überregionaler oder grenzübergreifender Kooperationen wird im Antrag zum Kulturtourismus in den Regionen besonders hervorgehoben. Bei der Vermarktung und Förderung des Kulturtourismus soll sogenanntes „Kirchturmdenken“ überwunden werden. Hier kann der Terra.vita Naturpark positiv genannt werden. In dem gemeinnützigen Verein sind Gemeinden, Städte und Landkreise, welche im Gebiet des Parks liegen, involviert.

Regionale gastronomische Traditionen können, als Erweiterung des klassischen Begriffs des Kulturtourismus, mehr in den Tourismus einbezogen werden. Wichtig dafür ist die Verbesserung der Zusammenarbeit und der Vernetzung von Tourismuswirtschaft und Kultur zum gegenseitigen Vorteil. Unter anderem die Gastronomie aber auch Einzelhandel, Verkehrsunternehmen und andere Betriebe müssen also stärker mit den Kulturinstitutionen zusammenarbeiten.

Ziel des Antrags ist es, das Zusammenwirken von Kultur und Tourismus sowie den Marketingorganisationen zu verbessern und zudem Kulturtouristische Projekte zu fördern. Zur Verwirklichung wird eine Initiative „Kulturtourismus in den Regionen“ vorgeschlagen, in der neben den Ländern auch die Kommunen sowie einschlägige Verbände und Initiativen einzubeziehen sind. Weiterhin ist eine stärkere Thematisierung des Kulturtourismus im Bund-Länder-Ausschusses gewollt.

Es wird damit eine Zielsetzung aus dem Koalitionsvertrag verwirklicht, in welchem es heißt „Wesentliche Ziele sind, Akteure aus den Feldern Kultur und Tourismus in ihrem Zusammenwirken zu qualifizieren sowie Modellprojekte und innovative Kooperationsformen zu fördern“.

Antrag „Kulturtourismus in den Regionen weiterentwickeln“